Trump's Zirkus des Schreckens geht weiter

Trump's Zirkus des Schreckens geht weiter

Trump's Zirkus des Schreckens geht weiter

Der alte Donnie tauscht seine Clubs gegen den Hut eines Zirkusdirektors ein, während die Republican National Convention (dt.: Nationalkongress der Republikaner) die Schoßhunde, Kampfhunde und Hundepfeifen der Partei zur Schau stellt

von BRIAN KAREM

Pee-Wees Zirkuszelt, auch Republican National Convention genannt, kam diese Woche in die Stadt, wo QAnon-Anhänger, Evangelikale, Rassisten, Frauenverachter und andere Idioten, die auch auf Kirchenfesten irgendwo im tiefen Süden am Tilt-A-Whirl arbeiten, zusammenkamen.

Mit anderen Worten: Die RNC startete ihren Kongress 2020 mit derselben Heuchelei und denselben Lügen wie seit dem ersten Tag der Trump-Regierung.

Die Kinder des Südens, auch wir aus Kentucky, sind mit dieser Heuchelei aufgewachsen. Wo sonst kannst du aufwachsen und von deinen Eltern und Politikern lernen, dass Alkohol und Marihuana Werkzeuge des Teufels sind, während der Staat das Land in die Produktion von Bourbon und „Kentucky Kush" führt?

So ist es auch bei Donald Trump. Er hat sich von den Evangelikalen des Südens inspirieren lassen, die über Familienwerte predigen, während sie wie in einem Marathon durch mehrere Ehen rennen. Sie stülpen ihre Moral darüber, wie wir uns um die Ungeborenen und Neugeborenen kümmern sollten, entsorgen aber ihre eigenen Kinder wie Hamburgerverpackungen McDonald’s, an denen sie sich satt gegessen haben.

Hast du Fragen? Frag Jerry Falwell Jr., einen Trump-Anhänger, der gerne zuschaut, oder frag Ted Nugent, einen anderen berüchtigten Trumpisten, der einmal stolz sang: „Im Zweifelsfall peitsche ich ihn aus".

In der ersten Nacht der RNC gab es Feuer und Schwefel, die den Teufel selbst hätten erröten lassen. Die Speaker, darunter Jim Jordan, der die Moral eines tollwütigen Hamsters hat, spuckten in einer Nacht mehr Lügen aus, als die Demokraten uns in vier Tagen hätten sagen können.

Es war die Nacht, nachdem ein weiterer Schwarzer von der Polizei erschossen worden war, doch in ihrer Rede beharrte Nikki Haley ruhig darauf, dass Amerika ist kein rassistisches Land sei. Gleichzeitig behaupteten Trumps Stellvertreter auf dem Kongress, er habe die beste Wirtschaft der Geschichte des Landes aufgebaut, bevor die Kommunistische Partei Chinas uns absichtlich mit dem Coronavirus vergiftete. Man solle keine Angst haben, Trump werde die Wirtschaft wieder aufbauen.

Diejenigen, die sich fragen, wofür die Republikanische Partei im Jahr 2020 steht, haben ihre Frage von der RNC beantwortet bekommen. Das Programm der Partei? Was immer der Präsident will. Wir leben in „Trump's America", wie uns Donald Trump Jr. am Montag sagte. Wut, Hass und Uneinigkeit beherrschten den Tag. Trump stehe für Redefreiheit, sagten Sprecher der RNC, aber friedliche Proteste werden nicht toleriert. Und wenn du Präsident Trump eine Frage stellst, die ihm nicht gefällt, hat er das Recht, dich von weiteren Fragen auszuschließen oder dir seine Aufgeblasenheit aufzudrängen.

Beobachte die RNC, um herauszufinden, was deine Meinung ändern könnte? Vielleicht hatte der Anwalt des Ersten Verfassungszusatzes, Ted Boutrous (der Anwalt, der gegen das Weiße Haus gewonnen hat, um meinen Presseausweis wiederherzustellen), den treffendsten Tweet darüber, was uns zu erwarten hatte: „Nicht eine einzige Person, die auch nur den Hauch von Glaubwürdigkeit in irgendeiner Frage von öffentlichem Interesse für dieses Land hat, wird auf dem Parteitag der Republikaner sprechen. Nicht eine einzige."

Was Trump betrifft, so twitterte er am Vorabend des Kongresses: „Der größte Wahlbetrug in unserer Geschichte steht vor der Tür". Er hat keine Beweise, um diese Behauptung über eine Wahl, die noch nicht stattgefunden hat, zu untermauern. Er legt den Grundstein dafür, den Rücktritt aus dem Amt zu verweigern, für den Fall, dass er die Wahl verliert. Wie Paul McCartney einmal sang: „Jeder redet über den Präsidenten / Wir alle legen für einen Sack Zement zusammen".

Die viertägige faschistische Pep-Kundgebung, die sich als Nationalkongress einer großen politischen Partei tarnt, hat Gleichberechtigung und Gerechtigkeit verspottet. Der demokratische Agent Adam Parkhomenko drückte es in seinem Newsletter „Today's Big Stuff" so aus: „Wir haben versucht, den größten Teil des gestrigen erbärmlichen Karnevals der Mittelmäßigkeit zu beobachten, aber wir waren es ehrlich gesagt leid, zu hören, wie wenig rassistisch Amerika ist, während wir auf die Information warteten, ob Jacob Blake noch lebt, nachdem er sieben Mal in den Rücken geschossen wurde.“

Die Wahrheit ist, dass Trump durch seine wahnsinnigen Aktionen während der letzten dreieinhalb Jahre in die Enge getrieben wurde. Er kann nur noch seiner schrumpfenden Basis mit Angstmacherei Energie geben und sie zum Wählen zu motivieren, indem er ihr suggeriert, dass ihr Leben auf dem Spiel steht, wenn er verliert.

Er richtet sich an die Hausfrauen in den Vorstädten. Aber einem Frauenhasser, der dazu aufruft, Frauen an die Muschi zu fassen, ist das schwer abzunehmen. Trump sprach außerdem vermehrt die Vorstadtwähler (das ist die Hundepfeife für „weiß“) an und lud Mark und Patricia McCloskey aus St. Louis als Speaker bei der RNC ein, die in der Öffentlichkeit die Waffen geschwungen und sich dann schockiert gezeigt hatten, dass sie wegen eines Verbrechens angeklagt werden könnten.

Dennoch blieb der gesamte Kongress hinter dem zurück, was wir von einem Reality Star erwartet hätten. Warum lassen sie die McCloskeys nicht vor einem Schießstand sprechen, während sie ihr Können mit Schusswaffen unter Beweis stellen? Kimberly Guilfoyle, Donald Trump Jr.'s durchgeknallte Cheerleader-Freundin, die am ersten Abend des Kongresses sprach, repräsentierte am besten die durchgeknallte Trump-Show. Trotzdem wäre sie vor einem Flammenturm lustiger gewesen, wenn sie geschrien hätte: „Burn, baby! Burn!!” (dt.: „Brenn, Baby, brenn!“)

Don Junior? Seine Rede war noch nicht einmal energisch. Zwar hat er sich aufgeregt und gestikuliert wie ein Frettchen auf Benzedrin. Doch wenn er stattdessen in Shorts und Tank-Top aufgetreten wäre, das sein „Trumps Amerika“ Tattoo enthüllt hätte, hätte er es sicher eher auf den Punkt gebracht.

Trumps „verrückte Welt" ist jetzt einfach nur noch langweilig. Sie kann die Wähler größtenteils nicht mehr motivieren, da sie nur die anspricht, die sich rechts außen positionieren und glauben, dass QAnon Teil des „Deep State" ist und die meisten Menschen zu Weihnachten Babys essen und Pädophile vögeln.

Eine mir bekannte pensionierte evangelikale Ärztin ist eine Vertreterin dieser Gruppierung. Sie weigert sich, irgendwo eine Maske zu tragen. Sie glaubt, dass Dr. Anthony Fauci ein Lügner ist, der bei der Herstellung des Coronavirus geholfen hat und sich mit „seinem eigenen Wunderimpfstoff" viele Millionen verdienen will. Auch Bill Gates steckt mit unter der Decke und arbeitet mit den chinesischen Kommunisten zusammen, um uns allen ohne unser Wissen über einen Mikrochip zu verfolgen. Sie schwört, dass sie „wenn nötig, ein halbes Dutzend Mal für Trump stimmen wird“.

Dieser Wahnsinn ist alles, was von Donald geblieben ist.

Trump ist so verrückt geworden, dass sogar Kellyanne Conway, die Herrin der alternativen Fakten, kurz vor der Convention das Handtuch warf, um sich um Familienangelegenheiten zu kümmern. Ihr Umzug am Vorabend der Zerstörung (der Wahl) lässt Pressesekretärin Kayleigh „Barbie Bobblehead" McEnany und Peter „Never Never Land" Navarro die täglichen Aufgaben der Verteidigung von Trump übernehmen. McEnany ist weder so clever noch so aufsässig wie Conway und wirkt wie ein satanischer Kobold auf Äther; Navarro hinterlässt den Eindruck eines traurigen kleinen Jungen, der sich der Realität nicht stellen will.

Das ist das Trumps „A-Team“.

Am Samstag twitterte Trump: „Die Demokraten haben auf der Democrat National Convention (dt.: Nationalversammlung der Demokraten) das Wort GOTT aus dem Treueschwur herausgenommen. Zuerst dachte ich, sie hätten einen Fehler gemacht, aber das war nicht der Fall, sondern volle Absicht. Erinnern Sie sich an die evangelikalen Christen und ALLE, die hier herkommen - es ist passiert. Gehen Sie am 3. November wählen!"

Zwanzig Minuten später fügte er hinzu: „Warum sollten Frauen in den Vorstädten für Biden und die Demokraten stimmen, wenn die von den Demokraten geführten Städte jetzt mit einer ausufernden Kriminalität konfrontiert sind (während sie die Bundesregierung nicht um Hilfe bitten), die leicht auf die Vorstädte übergreifen kann. Auf Steroiden werden sie ihren vorgesehenen Plan, der auf niedrigeres Einkommen in den Vorstädten abzielt, wieder aufgreifen!

Sein faules Abgleiten in den Wahnsinn war auch letzten Mittwoch im Besprechungsraum des Weißen Hauses offensichtlich. Auf die Frage nach seiner Unterstützung der GOP-Kandidaten, die QAnon-Verschwörungstheoretiker sind, sagte Trump, er wisse nicht viel über QAnon und seine Hintermänner, aber da sie ihn mochten, sei es in Ordnung.

Er hat diese Argumentation auch für weiße Rassisten verwendet. Er ist ein Typ, der verzweifelt nach Liebe sucht, und zwar so verzweifelt, dass er, während er an diesem Sonntag mit der Suche nach einem verlorenen Golfball auf dem Golfplatz seines Clubs in Virginia beschäftigt war, „Happy Sunday! Wir wollen GOTT!“ twitterte.

Es sieht düster aus für den alternden und trotteligen Präsidenten. Sein Lieblingsnihilist, Steve Bannon, wurde wegen Betrugs verhaftet. Seine ältere Schwester wurde heimlich auf Band aufgenommen, als sie den Leuten erzählte, er sei ein krankhafter Lügner und ungeeignet für das Amt. In Kalifornien wüten Waldbrände, die mehr als eine Million Hektar Land verwüstet haben. (Anscheinend haben die Anwohner Trumps Memo über das Abholzen der Wälder nicht bekommen.) Mehr als 180.000 Menschen in den USA sind am Coronavirus gestorben; die Post ist inzwischen ungefähr so effektiv wie der Pony-Express ohne Pferde; und Kimberly Guilfoyle schrie sich auf einer leere Bühne die Lunge aus dem Hals, als ob Hunderttausende vor ihr säßen, dass „das Beste noch bevorstehe".

Trumps jüngste Geschichte lässt vermuten, dass er ein langsamer Feuerwerkskörper ist, der im Nichts verpufft. Er ist nicht einmal mehr alarmierend. Er hat die Fähigkeit verloren, zu überraschen. Er ist lediglich eine banale Schnarchnase.

Dennoch kann die RNC nicht ändern, dass es 2020 nur um Trump geht. Wahre Republikaner haben vor langer Zeit die Bühne verlassen, und einige Konservative, die einst als relativ weit rechts angesehen wurden, darunter der ehemalige Senator Jeff Flake, unterstützen Joe Biden.

Trumpf ist der Zirkusdirektor seines eigenen krebsartigen politischen Zirkus, und nach dreieinhalb Jahren auf der Straße geht ihm die Luft aus. Er hat sein Ass im Ärmel verloren. Er ist geistig und körperlich nicht funktionsfähig, und diejenigen, die ihn verteidigen, sind so fade und leer wie der König, den sie anbeten.

Es ist nicht „Trump´s America", egal wie oft er es predigt.

Es ist unseres.

Am 3. November haben wir die Chance, es zurückzuerobern und den Trump-Zirkus zu schließen.

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