"Es gibt keinen einzigen vernünftigen Grund, Krieg zu führen"

"Es gibt keinen einzigen vernünftigen Grund, Krieg zu führen"

"Es gibt keinen einzigen vernünftigen Grund, Krieg zu führen"

Der einstige CDU-Bundestagsabgeordnete und Neu-Parteigründer Jürgen Todenhöfer will Strafanzeige gegen die Bundesregierung wegen angeblicher Beihilfe der deutschen Luftwaffe zu Kriegsverbrechen stellen. Dies sagte er in einem Interview für die Mai-Ausgabe des Playboy.

Jürgen Todenhöfer wirft der deutschen Luftwaffe „Beihilfe zu Kriegsverbrechen“ in Mossul vor. In seiner Ankündigung in einem Interview des PLAYBOY bezieht er sich auf die Befreiung der irakischen Stadt Mossul vom Islamischen Staat im Jahr 2017 durch eine internationale Allianz.

„Die ganze Altstadt war ein Trümmerhaufen. Da lagen die Leichen von Menschen, denen der IS die Hände auf den Rücken gefesselt hatte, und die Leichen von Kindern, die der Westen totgebombt hatte“, sagte der 80 Jahre alte Politiker und Buchautor dem PLAYBOY im Interview. „Wir behaupten, wir hätten die Menschen von Mossul befreit. Aber da lagen Kinder, die vielleicht tagelang verletzt und verwundet waren und langsam starben. Da gab es keine Rettung, keine Bergung. Das war ein Kriegsverbrechen! Die deutsche Luftwaffe hat die Aufklärung geflogen. Das ist Beihilfe zu diesem Kriegsverbrechen. Dagegen werden wir gerichtlich vorgehen. Wir werden Strafanzeige wegen Kriegsverbrechen nach dem Völkerstrafgesetzbuch stellen“, so Todenhöfer, der in dem Interview mit den Worten fortfährt: „Die Bundesregierung begründet ihren Einsatz in Syrien und Irak damit, dass sie einen Beschluss des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen nach Artikel 24 Absatz 2 Grundgesetz hätten. Aber den haben sie nicht.“

Der frühere Richter Jürgen Todenhöfer war von 1972 bis 1990 Bundestagsabgeordneter der CDU/CSU und deren Sprecher für Rüstungskontrolle und Entwicklungshilfe gewesen, von 1987 bis 2008 Vorstandsmitglied im Medienkonzern Burda und hatte seit 2001 Bekanntheit als Autor von Bestsellern wie des Buches „Die große Heuchelei“ erlangt, für das er Kriegs- und Krisengebiete bereiste. Im November 2020 trat er aus der CDU aus und gründete seine eigene Partei namens „Team Todenhöfer“, mit der er bei der kommenden Bundestagswahl mehr als zehn Prozent der Wählerstimmen erhalten will, um nach eigenen Worten „eine Koalition der erstarrten CDU mit der Steuererhöhungs- und Elektroautopartei der Grünen“ zu verhindern.

Eines seiner wichtigsten inhaltlichen Anliegen dabei: „Wir müssen raus aus allen Kriegen! Es gibt keinen einzigen vernünftigen Grund, Krieg zu führen. Außer wahre Landesverteidigung.“ In seiner Zeit als Unions-Abgeordneter habe sich Deutschland an keinem einzigen Krieg beteiligt, so Todenhöfer im PLAYBOY. „Kohl hätte jeden aus der CDU geworfen, der sich für Kriege eingesetzt hätte. Heute wird man verspottet, wenn man gegen Bundeswehreinsätze ist.“

Autor: Playboy Redaktion

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