Das Nirvana in Vietnams buddhistischen Vergnügungspark erreichen

Das Nirvana in Vietnams buddhistischen Vergnügungspark erreichen

Das Nirvana in Vietnams buddhistischen Vergnügungs-park erreichen

Englisch im Ausland zu unterrichten ist keine einfache Sache. Meine Erfahrung im Jahr 2015 war dramatisch und ich musste das Angebot, weiter an einem ESL-Zentrum in Hue, Vietnam, zu arbeiten zu meiner eigenen geistigen Gesundheit ablehnen. Um mich zu entspannen suchte ich Zuflucht an einem seltsamen Ort - einem buddhistischen Vergnügungspark namens Suoi Tien Paek am Stadtrand von Ho Chi Minh City.

Ich hatte zuerst von Suoi Tien Paek erfahren, als ich in Atlas Obscura nach neuen Sehenswürdigkeiten suchte. Die Webseite beschrieb es als "vietnamesisches, mit Wasser gefülltes Fantasieland, das ziemlich unromantisch neben einer Müllkippe liegt." Was ich dann vorfand, war weit entfernt von dem, was ich erwartet hatte. Ich kam so früh wie möglich dort an, weil ich mir lange Disneylandähnliche Schlangen vorstellte. Allerdings war der Park nahezu leer. Neben zwei vietnamesischen Familien, einem Dutzend Schulkindern, die von einem Lehrer und einer Handvoll Angestellten begleitet wurden, war nur ich dort - verschwitzt, sonnenverbrannt und ängstlich. Der im Jahr 1995 eröffnete Park besteht aus rund 250 Hektar Fläche. Laut der offiziellen vietnamesischen Tourismus-Website, hat der Name Suoi Tien Paek, was "Zauberfluss" bedeutet, seinen Ursprung in der "Geschichte der 7 heiligen Mädchen, [die] starben und Feen in diesem Land wurden." Der Themenpark ist skurril und fantasievoll. Zusätzlich zu den üblichen Karussells und kinderfreundlichen Achterbahnen bietet der Park atemberaubende Labyrinthe, Wasserrutschen mit buddhistischen Weisen, farbenfrohe Statuen und surrealistische Heiligtümer. Beim Betreten gibt eine der ersten Sehenswürdigkeiten den Ton an: ein Springbrunnen mit einem hoch aufragenden weiblichen Buddha auf einem Globus, der auf dem Rücken einer Schildkröte liegt. Obwohl die extravaganten Heiligtümer und Pagoden auf jeden Fall faszinierend waren, verbrachte ich fast eine Stunde damit, den Park zu durchqueren und darum zu kämpfen, etwas zu finden, was man tatsächlich tun konnte. Denn alles außer den T-Shirt-Läden war geschlossen.

Der Park wurde zu einem Albtraum. Ich war verloren, bis ich aus der Ferne Schreie hörte, die mit der Harry-Potter-Filmmusik vermischt waren. Ich hatte nichts zu verlieren und beschloss, dem Lärm zu folgen. Dies führte mich zu dem Einhornpalast, der wie eine Billigkopie von Disneylands "It's A Small World" aussieht - eine kinderfreundliche Wasserfahrt in einem großen Schloss. Allerdings ist es alles andere als das. Ich ging hinauf, um auf ein Boot zu warten, wo mir der Aufseher half, auf ein Floß zu steigen, mir die Hand schüttelte und dann unheilverkündend grinste. Er winkte, als ich den Bach hinunterglitt, "Auf Wiedersehen!" Plötzlich verschlimmerte sich die Lage. Die fröhliche Musik wurde durch die lauten Schreie verdunkelt, die mich angelockt hatten. Ich, mittlerweile zusammengerollt in Fötusstellung, betrat die Hölle, während ich an glühenden Azteken, tanzenden Bäumen und manischen Dämonen vorbeikam, die in weißen Roben gehüllt waren. Die Schreie wurden lauter und kreischender und überlieferten ein grausames Verbrechen. Als ich das Nirvana erreichte, schluchzte ich und zitterte. Meine Augen waren fest geschlossen, bis ein animatronischer Gorilla mit meinem Floß kollidierte und mir beinahe ins Gesicht schlug. Ich keuchte. In der letzten Phase brachten ein paar Eierstatuen Neon-Babypuppen zur Welt. Und schließlich war die Fahrt vorbei. Ich kehrte zitternd in die reale Welt zurück. Ich verließ Suoi Tien Paek und rannte zu einem Taxi, um mich in mein Hostel zurückbringen zu lassen.

Ich dachte über verschiedene Momente nach, über mein missglücktes Abenteuer im ESL, dem Industriekomplex Südostasiens, meinen komischen Kampf, die sechs Töne der vietnamesischen Sprache zu lernen, darüber, ständig von meinem Chef angekreischt zu werden, mich nach dem Unterrichten von "Hey Jude" glücklich zu fühlen, zu jedem Banh mi-cart in Hue zu gehen, als ob ich Anthony Bourdain wäre, nach dem Nationalen Tag des Lehrers mein Moped mit einem Korb voller Orchideen auf meinem Schoß zurückzufahren und schließlich aufzugeben.

Das Taxi fuhr am Bitexco Tower vorbei, einem dystopischen Wolkenkratzer, auf dessen Dachgeschoss ein Hubschrauberlandeplatz zu sehen war, und setze mich dann an meinem Hostel ab. Ich verließ das Hostel am nächsten Morgen, um eine Rucksacktour zu machen. Wochenlang besuchte ich den Einhornpalast in meinen Träumen. Ich hörte die Schreie, die sich mit dem heulenden Kichern der Familie vermischten. Ich packte mein Kissen und fürchtete, der animatronische Gorilla würde zurückkommen und mich töten. Schließlich lachte ich zusammen mit der Familie.

Autor: Daniel Spielberger

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